Die Vorbereitungsphase - Fußball

von Fabian 31. Juli 2020   Mindset

Die Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungen auf die neuen Saisonen laufen wieder auf Hochtouren und tagtäglich trainieren viele Sportler wieder in ihren Vereinen.

Diese Zeit zählt zu den wichtigsten Phasen, um die Saison vorzubereiten und deshalb versuchen die Trainer das Meiste aus den Sportlern/Spielern herauszuholen.

In einem Zeitraum von 6-8 Wochen sind dabei tägliche Trainingseinheiten und ein bis zwei Testspiele pro Woche keine Seltenheit.

Doch ist so eine Vorbereitung wirklich zielführend?

Mit unserer Jahrelangen Erfahrung als aktive Sportler (Fußball) und jetzt auch als Coaches haben wir einige Bedenken in Bezug auf die Sinnhaftigkeit einer solchen „friss oder stirb“ Vorbereitung.

Warum wir als Trainer nicht das Meiste, sondern das Beste aus unseren Spielern in der Vorbereitung herausholen und wie das in der Praxis aussehen sollte, möchte ich hier kurz erläutern.

Viel Hilft viel

Im Amateursport ist es meistens der Fall, dass die einzelnen Sportler zwischen Ende der Saison und Beginn der Vorbereitung wenig bis gar keine Trainingseinheiten absolvieren.
Das bedeutet das zu Beginn der Vorbereitung die letzte Trainingseinheit 1-2 Monate (heuer mit Corona noch viel länger) her ist.
Dazu kommt noch, dass die Vorbereitung meistens nur aus 6-10 Wochen besteht und der Trainer somit nicht viel Zeit hat seine Spieler vorzubereiten.

Diese Tatsachen führen dazu, dass in den ersten Wochen 5-7 Einheiten/Woche zu jeweils 1,5-2,5! Stunden gefordert werden. Eine typische Einheit (ich selbst erinnere mich noch gut daran) beinhaltet dann Ausdauertraining, Krafttraining, Schnelligkeitstraining, Explosivkrafttraining, Geschicklichkeits-/Balancetraining, Techniktraining und Taktiktraining.
In den meisten Fällen auch in dieser Reihenfolge.

Ich denke die Idee dahinter ist, dass aufgrund der kurzen Vorbereitung und der langen Trainingspause in kurzer Zeit so viel wie möglich in das Training gepackt werden muss, denn es ist ja wichtig, dass ein guter Spieler alle oben genannten Fertigkeiten/Fähigkeiten besitzt und beherrscht.

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Soviel zur Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus? Was ist das Resultat einer solchen Vorbereitung?

Die Ausdauer der Spieler verbessert sich auf jeden Fall, doch zu welchem Preis?
Aufgrund des hohen Trainingsvolumens und Intensität, der nicht optimalen Trainingsplanung und der mangelnden Regeneration (nicht vergessen: Während des Trainings wir der Körper immer „schlechter“, besser werden wir in der Phase der Regeneration) kommt es häufig zu folgenden Situationen:
Übertraining, Verletzungen (typisch: „die Leiste zwickt“, „mein Rücken schmerzt“) Ermüdungsverletzungen (!!!), Trainingsausfälle, mangelnde Weiterentwicklung der meisten konditionellen Fertigkeiten (Schnell-, Maximal und Explosivkraft) und technischen Fähigkeiten.

Wieso kommt es aber zu solchen Situationen?
Die im Verhältnis zur Dauer der Saison kurze Vorbereitung bringt viele Trainer dazu, ihre Spieler in der kurzen Zeit durch die hohe Intensität und den hohen Umfang so stark zu überfordern, dass sie durch die hohe Ermüdung nicht effektiv Trainieren, ins Übertraining kommen und sich auch verletzen.
Es kommt nicht selten vor, dass einige Spieler bereits nach einigen Wochen der Vorbereitung aufgrund von Muskelverhärtungen, Zerrungen, Überlastungserscheinungen oder Verletzungen nicht mehr am Training teilnehmen können.

Fazit: Vier bis Fünf 2-stündige Trainingseinheiten pro Woche plus ein Testspiel am Wochenende und das über mehrere Wochen ist für den Beginn einer Vorbereitung definitiv zu viel! 

Ein weiterer Wichtiger Effekt ist jeder, dass die Effektivität des Trainings oft durch einen optimierbaren Trainingsaufbau minimiert wird.

Ein Beispiel:
Wenn zu Beginn einer Trainingseinheit Ausdauer trainiert wird (Dauerläufe, Intervalltraining etc.), dann hat es wenig Sinn im Anschluss noch Sprünge oder Sprints zu trainieren.
Maximal/Explosivkraft (Sprünge & Sprints) erfordern, um die Leistungsfähigkeit zu steigern, einen ausgeruhten Körper und ein noch „frisches“ neuronales System. Durch die bereits hohe Vorbelastung durch das Intervalltraining, ist es dem Körper fast nicht mehr möglich sich in schnellkräftigen Bewegungen zu verbessern.

Ebenso wenig sinnvoll ist ein „Abschlussspiel“ nach 2h! Training. Mangelhafte Technik oder Koordination (neuronale Ermüdung), sinkende Motivation (hohe Trainingsbelastungen), leere Energiespeicher (falsche Ernährung), erhöhtes Verletzungsrisiko (intensives Training, mangelhafte Regeneration) sind nur einige der Faktoren die dagegen sprechen nach einer langen Trainingseinheit noch ein Spiel auf Sieg einzuplanen.

Eines ist jedoch unbestritten. Die Spieler sollen in der Vorbereitung gut trainieren und optimal vorbereitet werden. Hier einige Ratschläge, welche deine Vorbereitungsphase verbessern können.

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