Symptom vs. Ursache

von Fabian 25. September 2019   Mindset
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Symptom vs. Ursache

Gefangen im Schmerzkreislauf

Bei körperlichen Schmerzen reagieren viele Leute gleich. Sie machen einfach– nichts! Rappeln sie sich doch zum Besuch bei Arzt oder Physiotherapeut auf, wird dort häufig nur symptomatisch behandelt. Doch wer die Ursachen des Schmerzes nicht kennt, hat langfristig keine Chance gegen ihn. So brichst du aus dem Schmerzkreislauf aus.

Symptom versus Ursache – wo liegt der Unterschied?

Ein Symptom ist ein Zeichen – das sichtbare, spürbare Merkmal einer Krankheit zum Beispiel. Eine Grippe etwa zeigt sich unter anderem durch Fieber, bei einer Allergie kann ein Ausschlag entstehen und bei einer Bewegungseinschränkung spüren wir oft Schmerzen. Beobachten wir eines dieser Symptome an uns selbst, sollten wir uns immer die Frage stellen: Welche Ursache steckt dahinter? Was war der Auslöser? Bei einer Grippe ist meist ein geschwächtes Immunsystem verantwortlich, das wiederum auf mangelhafte Ernährung, fehlende Bewegung oder zu wenig Sonne zurückzuführen ist. Bei einem Problem, das den Bewegungsapparat betrifft, kann es hingegen sein, dass die Beweglichkeit, zum Beispiel eines Gelenkes, eingeschränkt ist.

Das Problem: Heutzutage werden hauptsächlich die Symptome bekämpft. Medikamente senken das Fieber. Eine punktuelle Massage, Tape oder Wärmepflaster lindern Schmerzen. Meistens jedoch treten diese nicht genau dort auf, wo die Ursache zu finden ist. Die vermeintliche Besserung hält daher nicht lange an und die Symptome kehren schnell zurück.

Beweglichkeit und Schmerzen hängen oft eng zusammen

Stell dir vor, dein Knie schmerzt beim Laufen. Eine häufige Ursache dafür ist eine Bewegungseinschränkung des Sprunggelenks oder der Hüfte. Das Knie muss in diesen Fällen nämlich bei jedem Schritt eine Kompensationsbewegung machen. Wenn du dein Knie nun tapst, mit schmerzmildernden Spritzen, Kortison oder ähnlichem behandeln lässt, löst du das Problem nur vorübergehend. Früher oder später wird der Schmerz zurückkommen.

Ganz ähnlich verhält es sich bei den klassischen Rückenschmerzen, die häufig im Bereich der Lenden- oder der Nackenwirbelsäule auftreten. Die Ursache kann hier eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit sein, ein überspannter Hüftbeuger oder eine Oberschenkelmuskulatur, die zu sehr gespannt ist. Obwohl der Körper dadurch in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, bewegst du dich weiter. Die Bewegung muss folglich irgendwie ausgeglichen werden, zum Beispiel durch die Lendenwirbelsäule, die nach einiger Zeit schmerzen wird, weil sie überlastet ist. Auch wenn die Brustwirbelsäule in ihrer Rotation eingeschränkt ist, kann dies Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule bewirken. Es gäbe noch unzählige andere Beispiele, wie Beweglichkeit und Schmerzen zusammenhängen.

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Wieso werden häufig Symptome behandelt statt Ursachen?

Es gibt verschiedene Gründe dafür, wieso häufig Symptome statt Ursachen behandelt werden.

Manchmal ist es die Unwissenheit des behandelnden Therapeuten oder Arztes. Lange Zeit wurde der Körper nur in seinen Teilen betrachtet und nicht als großes Ganzes. Die Folge waren punktuelle Behandlungen, die auch heute noch zu oft angewandt werden. Zusammenhänge übersehen einige Ärzte und Physiotherapeuten oder verstehen diese nicht.

In anderen Fällen liegt es am Zeitmangel. Physiotherapeuten und Ärzte haben teils nur 15 bis 30 Minuten für einen Patienten. In dieser Zeit sollten sie ein Screening machen, die Anamnese stellen, bestenfalls die Ursache des Problems finden und auch noch die Symptome lindern. Unter diesem Druck tendieren viele dazu, auf schnelle Erfolge abzuzielen. Der Patient will sich schließlich besser fühlen. Der Arzt oder Physiotherapeut behandelt also das Symptom, massiert eventuell kurz oder verschreibt ein Medikament. Der Patient ist zufrieden und schmerzfrei – zumindest vorübergehend. Es ist wohl klar, dass so eine Behandlung langfristig zu nichts führt.

Ein weiterer Grund ist mangelndes Interesse, und zwar vonseiten der Patienten. Wochen- oder jahrelangen Schmerz sollte niemand aushalten müssen. Wer es dennoch tut, und parallel immer wieder zur Physiotherapie geht oder Tabletten einwirft, verschließt die Augen vor der Suche nach der Ursache. Es gibt sehr wohl Fachleute, die ihre Arbeit sehr gut machen. Am Ende des Tages muss aber ich als Mensch etwas verändern, um langfristig Erfolg zu haben.

Was ist die Lösung?

Die einzige langfristige Lösung? Setze dich selbst mit dem Thema auseinander und lerne, Ursachen zu erkennen und zu verstehen. Wenn du das nicht kannst, dann suche einen Experten, der sich ausreichend Zeit für dich nimmt. Wenn dein Trainer, Physiotherapeut oder Arzt sagt, du musst Übungen machen oder deine Gewohnheiten ändern, dann nimm dir das zu Herzen und setze es um. Jeder und jede trägt selbst die Verantwortung für die eigene Gesundheit. Natürlich ist es gemütlicher, die Verantwortung abzugeben. Der Physiotherapeut massiert dich, der Arzt gibt dir eine Spritze, der Apotheker Tabletten – du muss nichts tun. Auf diese Weise wirst du jedoch nie zum Erfolg kommen. Nur du selbst hast es in der Hand, deinen Körper langfristig schmerzfrei zu halten.

Liebe Grüße Coach Fabi

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