Warum Smoothie nicht gleich Smoothie ist

von Johanna 25. September 2019   Ernährung
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Meine Meinung zum Smoothie

Warum Smoothie nicht gleich Smoothie ist

Zu Beginn muss ich gestehen, dass ich generell kein großer Fan von trinkbaren Mahlzeiten bin, ich esse sie viel lieber. Nun scheint der Trend an Fruchtshakes aber nicht nach zu lassen, deshalb möchte ich euch in diesen Beitrag Tipps und Tricks für den idealen Smoothie geben und darauf eingehen, weshalb Smoothie nicht gleich Smoothie ist.

Was ist ein Smoothie?

Grundsätzlich unterscheidet sich ein Smoothie von einem herkömmlich gepressten Saft dadurch, dass (wenn möglich) Schale der Frucht und das gesamte Innenleben (Kerne und Fruchtfleisch) mitverarbeitet werden. Das entstandene Fruchtmark wird anschließend mit einer Flüssigkeit verdünnt, um je nach Rezept eine eher flüssige, bis sehr breiige Konsistenz zu erreichen. „Echte“ Smoothies bestehen ausschließlich aus Fruchtmark. Da der Trend in den letzten Jahren aber stark angestiegen ist, gibt es die bunten Shakes mittlerweile in zahlreichen Varianten, sodass Zutaten wie Milchprodukte, grüner Tee oder pflanzliche Milchalternativen zum Einsatz kommen. Mittels Erdnussbutter, Mandelmus, Kurkuma, Zimt oder anderen Superfoods wird dem farbenfrohen Vitaldrink der letzte Schliff verpasst. Vor allem die „Green Smoothies“ erleben einen regelrechten Hype. Dabei werden hauptsächlich grüne Gemüsesorten wie Gurke, Spinat, Blattsalate, Sellerie und verschiedenste Wildkräuter verarbeitet. Ergebnis ist ein grünes, breiartiges Getränk das vor Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen strotzt. 

Gesunde Zwischenmahlzeit oder Zuckerbombe?

Fakt ist, dass sich durch den Konsum von Smoothies der tägliche Bedarf an Obst und Gemüse relative leicht decken lässt. „5-a-Day“ wird dadurch zum Kinderspiel und kann bereits am Frühstücktisch verwirklicht werden. Außerdem kann das Getränk einfach in ein tragbares Behältnis umgefüllt werden und somit auch Unterwegs, im Auto, bei der Arbeit oder in der Schule/Uni getrunken werden. Man erspart sich das Vorbereiten von Zwischenmahlzeiten und umgeht die verführerischen Snackautomaten. Smoothies passen in die wandelnde Gesellschaft von heute. Sie sind vielseitig, rasch zubereitet, flexibel genießbar und erwecken außerdem in jedem Konsumenten das Gefühl etwas Gutes für seinen Körper zu tun.

Wie schon erwähnt werden 5 Portion Obst und Gemüse am Tag empfohlen. Von diesen 5 Portionen sollten jedoch nur 2 aus Obst bestehen und die restlichen 3 in Form von Gemüse konsumiert werden. Obst enthält neben wichtigen Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen auch eine beachtliche Menge an Fruchtzucker (Fruktose).

Fruchtzucker ist ein effizienter Energielieferant, deshalb sollte dir bewusst sein, dass das süße Getränk nicht nur zum Decken deines Flüssigkeitsbedarfes da ist, sondern dein Frühstück oder deine Zwischenmahlzeit ersetzt.

Fast jeder von euch hat selbst schon einmal einen frischen Orangensaft gepresst. Stellt euch vor wie viele Orangen ihr benötigt, um 1 Glas voll zu kommen. Dafür sind mindestens drei, wenn nicht sogar vier Orangen nötig. Der Saft schmeckt zwar sehr lecker, ist aber innerhalb weniger Minuten verzehrt und gibt euch keinerlei Sättigungsgefühl. Im Gegenteil – durch die schnelle Resorption im Dünndarm und den Blutzuckeranstieg wird euer Körper innerhalb kurzer Zeit die nächste Zuckerladung verlangen. Außerdem bleiben bei einem gepressten Saft die wertvollen Ballaststoffe in der Schale und im Fruchtfleisch zurück. Und dieses Glas Orangensaft liefert dir mehr als 20 g Zucker und ähnlich viele Kalorien wie eine dünne Scheibe Vollkornbrot mit Schinken.

Das Gute an einem Smoothie (im Gegensatz zu gepressten Säften) ist, dass ihr durch die richtige Auswahl der Zutaten den Blutzuckeranstieg verlangsamen, das Sättigungsgefühl steigern und den Zuckergehalt senken könnt.

Dabei ist nicht nur die richtige Menge von Obst und Gemüse wichtig, sondern auch die Auswahl der zugegebenen Flüssigkeit ist entscheidend.

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Mixen wir nun unseren eigenen Smoothie!

Wie ihr wisst bestehen unsere Nahrungsmittel aus drei Hauptbestandteile: Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett. Je nach Lebensmittel, unterscheidet sich das Mengenverhältnis dieser Bestandteile. Unser Smoothie ist bislang ein reines Frucht- und Gemüsemark. Damit sind unserer Hauptbestandteile bislang Wasser und Kohlenhydrate. Die Fruktose aus dem Fruchtmarkt ist nämlich ein Kohlenhydrat und Gemüse besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Uns fehlt also noch eine Eiweiß- und eine Fettquelle, um das ganze komplett zu machen. Fettarme Milchprodukte wie Buttermilch, 1,5% Kuhmilch aber auch Naturjoghurt oder Magertopfen können uns dabei Abhilfe verschaffen. Wer lieber auf die pflanzliche Alternativen zurückgreifen möchte kann mit ungesüßter, calciumangereicherter Pflanzenmilch oder Joghurtalternativen arbeiten. Dadurch können wir nicht nur die gewünschte Konsistenz unseres Smoothies erreichen, sondern können durch das Eiweiß den Zuckereinstrom in unserem Blutkreislauf verlangsamen. Um eine längere Sättigung zu erreichen und, um das Getränk geschmacklich aufzuwerten bringen wir zum Schluss noch den dritten Hauptnährstoff ins Spiel: das Fett. Hierbei gilt Qualität statt Quantität. Bevorzugt pflanzliche Fette entweder in Form von Nüsse und Samen oder gebt direkt einen Teelöffel hochwertiges Öl dazu. Ihr werdet merken, dass der Smoothie dadurch an Sämigkeit gewinnt. Außerdem werden die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) aus dem Obst- und Gemüsemark von unserem Magen-Darm-Trakt besser resorbiert.

Mein Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Smoothiehype an mir zwar eher vorbeizieht, er jedoch für den ein oder anderen unter euch sicher Vorteile bietet. Ich decke meinen Bedarf an Obst und Gemüse lieber durch das Essen. Meine Zähne und mein Magen-Darm-Trakt funktionieren Gott sei Dank einwandfrei und sind durchaus in der Lage die aufgenommenen Nährstoffe selbst zu spalten. Ich brauche kein High-Tech-Mixer der dies für mich erledigt. Aber wenn es mal schnell gehen muss oder ich unterwegs bin, kann es sehr wohl eine Alternative sein. Wenn die richtigen Zutaten, im richtigen Verhältnis verwendet werden und die Regionalität und Saisonalität der Produkte im Vordergrund stehen, wird aus der Hippster-Zuckerbombe eine leckere und gesunde Mahlzeit. Euch sollte aber klar sein, dass ein Smoothie vom Energiegehalt nicht unterschätz werden darf und er nicht zusätzlich zu den Mahlzeiten getrunken werden soll, sondern eine flüssige Alternative zum Frühstück oder eurer Zwischenmahlzeit darstellt.

Das wichtigste auf einen Blick

Ein homemade Smoothie ist bei weitem ein gesünderer Snack als fertige Fruchtmolken oder süße Säfte oder Limonaden. Dennoch solltest du bei der Zubereitung einige Dinge beachten.

Zum Abschluss serviere ich euch nun die wichtigsten Tipps für DEINEN perfekten Smoothie:

 

  • Er sollte nicht mehr als 2 Portionen Obst aber mindestens eine Portion Gemüse enthalten
  • Schale und Fruchtfleisch sollten, wenn möglich mitverarbeitet werden (Bio Produkte von Vorteil)
  • Verwende bevorzugt Obst- und Gemüsesorten die regional angebaut werden und der Jahreszeit entsprechen (eventuell auf Tiefkühlware ausweichen)
  • Es ist kein zusätzlicher Zucker nötig (auch nicht in Form von Ahornsirup, Honig oder Agavendicksaft). Achte stattdessen darauf, dass das verwendete Obst reif ist.Eine reife Banane macht zum Beispiel jede Art von zusätzlichen Zucker überflüssig.
  • Verwende hochwertige Pflanzenöle oder Samen und Nüsse als Fettquelle. Vor allem Nussöle passen geschmacklich sehr gut. Walnussöl oder Leinöl haben ein besonders geeignetes Fettsäuremuster und einen hohen Anteil an wertvollen omega-3-Fettsäuren.
  • Wenn du das Frucht-Gemüsemark mit einer eiweißreichen, zuckerarmen Flüssigkeit vermischt wird der Smoothie zu einem geeigneten Frühstück oder auch zu einer super Zwischenmahlzeit.


LG Hanna

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